Wie ich meinen Hund bekommen habe

04-02-17 heike 0 comment

Geschichte eines 14 jährigen Diabetikers

Es fing alles damit an, dass ich unglaublich viel Durst hatte. Jeden Tag trank ich bis zu 6 Litern Wasser. Mein Vater hatte den Einfall, dass es eines der Symptome von Diabetes sei. Als mir ein paar Tage darauf schwarz vor Augen wurde, fassten wir einen Entschluss: Ich muss zum Arzt. Dieser nahm eine Probe von meinem Blut und diagnostizierte, dass ich tatsächlich zuckerkrank bin. Alle waren geschockt und ich kam ins Krankenhaus, wo mir von den Ärzten und Krankenpflegern beigebracht wurde, wie ich mit dem Zucker umgehen kann.

Wir hatten vorher schon zwei Hunde, die leider verstorben waren. Ca. einen Monat nachdem ich das Krankenhaus hinter mir hatte, hat meine Mutter einen Artikel in einer Apothekenzeitschrift gelesen über Diabetikerwarnhunde, die ihre Halter vor Unterzuckerungen warnen können. Begeistert kam sie zu mir und erzählte davon, und bot mir an, dass wir einen neuen Hund bekommen, was ich natürlich super fand. Zuerst war mein Vater gegen einen neuen Hund, da die Tode der letzten beiden ihm sehr zu schaffen gemacht hatten. Er war dennoch so nett uns bei einer Hundetrainerin beraten zu lassen. Dort erzählte sie uns, dass wir einen sehr schlauen Hund für die Ausbildung benötigen würden, und dass es am besten sei, sich einen Rassehund vom Züchter zu holen. Dabei präferierten wir schon immer Hunde vom Tierheim, da diese uns dringender brauchten als die vom Züchter. Das war am Anfang sehr schade und unsere anderen beiden Hunde waren auch aus dem Tierheim. Aber wir wollten kein Risiko eingehen mit einem Tierheimhund, also redeten wir mit der Züchterin über verschiedene Rassen: Shelties (die mein Vater nicht mag), Border Collies (die wir nicht genug auslasten könnten), Lagottos und Australian Sheperds. Sie hat uns gut mit ihrem Wissen über verschiedene Hunde geholfen. Wir einigten uns als Familie auf einen „Aussie“. Als wir dann ein Bild von einem Red-Merle Welpen auf einer Website einer Züchterin sahen, waren wir alle gleich verliebt. Allerdings sollten wir laut der Trainerin warten, bis er acht Wochen alt ist, um zu sehen, ob er vielleicht zu dominant ist. Also warteten wir geduldig. Und dann kam der Tag: wir fuhren zur Zucht und sahen uns den Wurf und die Eltern an. Natürlich hatten seine Geschwister keine Chance, da wir uns schon in Knuckles verguckt hatten. Zwar war ursprünglich geplant, noch zu überlegen ob wir ihn tatsächlich haben möchten, aber nachdem alle einmal mit ihm gespielt hatten, war es einstimmig entschieden: Den wollen wir. Wir nahmen den Hund noch am selben Tag mit nach Hause.

Nun begann der schwierigste Part: Er musste wissen, dass er zu mir gehört und nicht zu meiner Mutter, die als Hausfrau natürlich die meiste Zeit über bei ihm ist. Aber da kamen die Ferien sehr gelegen: Ich fütterte ihn dreimal am Tag (mittags benutze ich sein Futter um mit ihm Kunststücke zu üben), übernahm das Gassi gehen und versuchte, möglichst oft mit ihm zu spielen. Es war sehr mühselig, alles allein zu machen, aber es hat sich gelohnt, da er gelernt hat, dass ich seine Bezugsperson bin.

In der Hundeschule haben wir mit vielen Welpenstunden in einer großen Gruppe angefangen. Später kam eine Hundetrainerin regelmäßig zu uns nach Hause und hat uns gezeigt, wie man einen Hund auf das Warnen bei Unterzuckerungen trainiert. Es war sehr spannend und hat Spaß gemacht, sich damit zu befassen. Wir waren auch noch bei einem Benimmkurs für Hunde, wo wir Leinenführigkeit und andere wichtige Dinge gelernt haben.

Jetzt ist Knuckles fast mit seiner Diabetikerwarnhund-Ausbildung fertig. Er erkennt in Sekundenschnelle, wenn ich unterzuckere, springt an mir hoch und fängt an zu kratzen. Das mag vielleicht rüpelhaft klingen, aber wir haben ihm es ja so beigebracht, dies zu tun wenn er das Aceton, das mein Körper bei den sogenannten „Hypos“ (Unterzuckerungen) ausschüttet und ausschließlich dann.

Das Beibringen von Kunststücken habe ich bis heute nicht unterbrochen. Knuckles kann schon eine Menge und wird auch immer wieder Neue lernen. Man sagt ja, dass Australian Sheperds schwierig zu halten sind, weil sie so ausdauernd sind, und wenn man gerade keine Schafe zu hüten hat, werden sie sich langweilen. Aber als Therapiehund mit einem „Job“ den sie ausüben, ist es ein Leichtes, vor allem wenn es etwas mit Nasenarbeit zu tun hat.

Autor anonym

So habe ich Knuckles kennengelernt.

 

Knuckles

 



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